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		<title>Famous Last Words</title>
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		<description>Zum Artikel „ARD-Programmchefin Strobl kritisiert Debatte im Fall Mischke“ in: FAZ 5. Januar 2025, 07:35 Uhr</description>
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			<description>&lt;p&gt;Die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl spricht von einer nach ihrem „Gefühl“ „sehr aufgeregten und sehr dynamisierten Form“ der Diskussion über die Einsetzung von Thilo Mischke. Als Moderator der Kultursendung „Titel, Thesen, Temperamente“ (ttt) ist er seit den letzten Tagen mehr und mehr umstritten. Die Form der Diskussion mache offenbar „eine Debatte unmöglich“, weswegen Strobl den Wunsch äußert, „zu einer [anderen] Form zurück[zu]kommen“. (Wann diese Form vorherrschend gewesen sein soll, ist dem Artikel nicht zu entnehmen.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strobl – selbst „nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen“ – spricht anschließend über die „Entscheidung der Kulturchefinnen und -chefs“, die auf der Erkenntnis der Unmöglichkeit der besagten Diskussion beruhe. Diesen Zustand hält sie für „problematisch“: Sie betrachte sie „mit Sorge“; ja, es treibe sie sogar „sehr um“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strobl beschäftigten dabei vor allem die Wucht und die Dynamik der Debatte. Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „[e]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde [den Zustand] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. Dass seine von der ARD kolportierte Antwort nicht zufriedenstellend sein kann, dürfte unter allen Beteiligten unbestritten sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinzu kommt, dass objektiv positive Argumente für die Ernennung Mischkes praktisch nicht genannt werden. Warum man an seiner Person festhält, ist nirgends wirklich ersichtlich. Man darf dennoch davon ausgehen, dass „intern“ durchaus Gründe vorliegen müssen. Nur dann ergibt nämlich die Aussage einen Sinn, dass man „im Nachgang“ auch dort „Gespräche führen“ müsse. Dass auf diese Weise, d.h. ohne Transparenz der Entscheidungsfindung, jegliche Diskussion versiegen muss, ist kaum verwunderlich. Doch trifft der Vorwurf eben gerade nicht die Kritiker, sondern zuerst und vor allem die Gegenseite. Damit macht sich Strobl eine rhetorische Figur zu eigen, die heutzutage zu Recht als „Schuldumkehr“ bezeichnet wird, und die besonders in rechten Kreisen verbreitet ist. Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sun, 05 Jan 2025 14:12:39 GMT</pubDate>
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Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&#10;&#10;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „\[e\]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&#10;&#10;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde \[den Zustand\] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&#10;&#10;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. Dass seine von der ARD kolportierte Antwort nicht zufriedenstellend sein kann, dürfte unter allen Beteiligten unbestritten sein.&#10;&#10;Hinzu kommt, dass objektiv positive Argumente für die Ernennung Mischkes praktisch nicht genannt werden. Warum man an seiner Person festhält, ist nirgends wirklich ersichtlich. Man darf dennoch davon ausgehen, dass „intern“ durchaus Gründe vorliegen müssen. Nur dann ergibt nämlich die Aussage einen Sinn, dass man „im Nachgang“ auch dort „Gespräche führen“ müsse. Dass auf diese Weise, d.h. ohne Transparenz der Entscheidungsfindung, jegliche Diskussion versiegen muss, ist kaum verwunderlich. Doch trifft der Vorwurf eben gerade nicht die Kritiker, sondern zuerst und vor allem die Gegenseite. Damit macht sich Strobl eine rhetorische Figur zu eigen, die heutzutage zu Recht als „Schuldumkehr“ bezeichnet wird, und die besonders in rechten Kreisen verbreitet ist. Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&#10;&#10;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.</source:markdown>
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			<description>&lt;p&gt;Die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl spricht von einer nach ihrem „Gefühl“ „sehr aufgeregten und sehr dynamisierten Form“ der Diskussion über die Einsetzung von Thilo Mischke. Als Moderator der Kultursendung „Titel, Thesen, Temperamente“ (ttt) ist er seit den letzten Tagen mehr und mehr umstritten. Die Form der Diskussion mache offenbar „eine Debatte unmöglich“, weswegen Strobl den Wunsch äußert, „zu einer [anderen] Form zurück[zu]kommen“. (Wann diese Form vorherrschend gewesen sein soll, ist dem Artikel nicht zu entnehmen.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strobl – selbst „nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen“ – spricht anschließend über die „Entscheidung der Kulturchefinnen und -chefs“, die auf der Erkenntnis der Unmöglichkeit der besagten Diskussion beruhe. Diesen Zustand hält sie für „problematisch“: Sie betrachte sie „mit Sorge“; ja, es treibe sie sogar „sehr um“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strobl beschäftigten dabei vor allem die Wucht und die Dynamik der Debatte. Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „[e]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde [den Zustand] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. Dass seine von der ARD kolportierte Antwort nicht zufriedenstellend sein kann, dürfte unter allen Beteiligten unbestritten sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinzu kommt, dass objektiv positive Argumente für die Ernennung Mischkes praktisch nicht genannt werden. Warum man an seiner Person festhält, ist nirgends wirklich ersichtlich. Man darf dennoch davon ausgehen, dass „intern“ durchaus Gründe vorliegen müssen. Nur dann ergibt nämlich die Aussage einen Sinn, dass man „im Nachgang“ auch dort „Gespräche führen“ müsse. Dass auf diese Weise, d.h. ohne Transparenz der Entscheidungsfindung, jegliche Diskussion versiegen muss, ist kaum verwunderlich. Doch trifft der Vorwurf eben gerade nicht die Kritiker, sondern zuerst und vor allem die Gegenseite. Damit macht sich Strobl eine rhetorische Figur zu eigen, die heutzutage zu Recht als „Schuldumkehr“ bezeichnet wird, und die besonders in rechten Kreisen verbreitet ist. Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sun, 05 Jan 2025 14:10:57 GMT</pubDate>
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Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&#10;&#10;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „\[e\]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&#10;&#10;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde \[den Zustand\] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&#10;&#10;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. Dass seine von der ARD kolportierte Antwort nicht zufriedenstellend sein kann, dürfte unter allen Beteiligten unbestritten sein.&#10;&#10;Hinzu kommt, dass objektiv positive Argumente für die Ernennung Mischkes praktisch nicht genannt werden. Warum man an seiner Person festhält, ist nirgends wirklich ersichtlich. Man darf dennoch davon ausgehen, dass „intern“ durchaus Gründe vorliegen müssen. Nur dann ergibt nämlich die Aussage einen Sinn, dass man „im Nachgang“ auch dort „Gespräche führen“ müsse. Dass auf diese Weise, d.h. ohne Transparenz der Entscheidungsfindung, jegliche Diskussion versiegen muss, ist kaum verwunderlich. Doch trifft der Vorwurf eben gerade nicht die Kritiker, sondern zuerst und vor allem die Gegenseite. Damit macht sich Strobl eine rhetorische Figur zu eigen, die heutzutage zu Recht als „Schuldumkehr“ bezeichnet wird, und die besonders in rechten Kreisen verbreitet ist. Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&#10;&#10;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.</source:markdown>
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Diesen Zustand hält sie für „problematisch“: Sie betrachte sie „mit Sorge“; ja, es treibe sie sogar „sehr um“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strobl beschäftigten dabei vor allem die Wucht und die Dynamik der Debatte. Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „[e]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde [den Zustand] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. Dass seine von der ARD kolportierte Antwort nicht zufriedenstellend sein kann, dürfte unter allen Beteiligten unbestritten sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinzu kommt, dass objektiv positive Argumente für die Ernennung Mischkes praktisch nicht genannt werden. Warum man an seiner Person festhält, ist nirgends wirklich ersichtlich. Man darf dennoch davon ausgehen, dass „intern“ durchaus Gründe vorliegen müssen. Nur dann ergibt nämlich die Aussage einen Sinn, dass man „im Nachgang“ auch dort „Gespräche führen“ müsse. Dass auf diese Weise, d.h. ohne Transparenz der Entscheidungsfindung, jegliche Diskussion versiegen muss, ist kaum verwunderlich. Doch trifft der Vorwurf eben gerade nicht die Kritiker, sondern zuerst und vor allem die Gegenseite. Damit macht sich Strobl eine rhetorische Figur zu eigen, die heutzutage zu Recht als „Schuldumkehr“ bezeichnet wird, und die besonders in rechten Kreisen verbreitet ist. Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sun, 05 Jan 2025 14:08:03 GMT</pubDate>
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Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&#10;&#10;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „\[e\]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&#10;&#10;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde \[den Zustand\] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&#10;&#10;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. 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Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&#10;&#10;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.</source:markdown>
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			<description>&lt;p&gt;Die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl spricht von einer nach ihrem „Gefühl“ „sehr aufgeregten und sehr dynamisierten Form“ der Diskussion über die Einsetzung von Thilo Mischke. Als Moderator der Kultursendung „Titel, Thesen, Temperamente“ (ttt) ist er seit den letzten Tagen mehr und mehr umstritten. Die Form der Diskussion mache offenbar „eine Debatte unmöglich“, weswegen Strobl den Wunsch äußert, „zu einer [anderen] Form zurück[zu]kommen“. (Wann diese Form vorherrschend gewesen sein soll, ist dem Artikel nicht zu entnehmen.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strobl – selbst „nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen“ – spricht anschließend über die „Entscheidung der Kulturchefinnen und -chefs“, die auf der Erkenntnis der Unmöglichkeit der besagten Diskussion beruhe. Diesen Zustand hält sie für „problematisch“: Sie betrachte sie „mit Sorge“; ja, es treibe sie sogar „sehr um“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strobl beschäftigten dabei vor allem die Wucht und die Dynamik der Debatte. Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „[e]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde [den Zustand] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. Dass seine von der ARD kolportierte Antwort nicht zufriedenstellend sein kann, dürfte unter allen Beteiligten unbestritten sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinzu kommt, dass objektiv positive Argumente für die Ernennung Mischkes praktisch nicht genannt werden. Warum man an seiner Person festhält, ist nirgends wirklich ersichtlich. Man darf dennoch davon ausgehen, dass „intern“ durchaus Gründe vorliegen müssen. Nur dann ergibt nämlich die Aussage einen Sinn, dass man „im Nachgang“ auch dort „Gespräche führen“ müsse. Dass auf diese Weise, d.h. ohne Transparenz der Entscheidungsfindung, jegliche Diskussion versiegen muss, ist kaum verwunderlich. Doch trifft der Vorwurf eben gerade nicht die Kritiker, sondern zuerst und vor allem die Gegenseite. Damit macht sich Strobl eine rhetorische Figur zu eigen, die heutzutage zu Recht als „Schuldumkehr“ bezeichnet wird, und die besonders in rechten Kreisen verbreitet ist. Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sun, 05 Jan 2025 14:04:59 GMT</pubDate>
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Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&#10;&#10;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „\[e\]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&#10;&#10;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde \[den Zustand\] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&#10;&#10;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. Dass seine von der ARD kolportierte Antwort nicht zufriedenstellend sein kann, dürfte unter allen Beteiligten unbestritten sein.&#10;&#10;Hinzu kommt, dass objektiv positive Argumente für die Ernennung Mischkes praktisch nicht genannt werden. Warum man an seiner Person festhält, ist nirgends wirklich ersichtlich. Man darf dennoch davon ausgehen, dass „intern“ durchaus Gründe vorliegen müssen. Nur dann ergibt nämlich die Aussage einen Sinn, dass man „im Nachgang“ auch dort „Gespräche führen“ müsse. Dass auf diese Weise, d.h. ohne Transparenz der Entscheidungsfindung, jegliche Diskussion versiegen muss, ist kaum verwunderlich. Doch trifft der Vorwurf eben gerade nicht die Kritiker, sondern zuerst und vor allem die Gegenseite. Damit macht sich Strobl eine rhetorische Figur zu eigen, die heutzutage zu Recht als „Schuldumkehr“ bezeichnet wird, und die besonders in rechten Kreisen verbreitet ist. Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&#10;&#10;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.</source:markdown>
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			<description>&lt;p&gt;Die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl spricht von einer nach ihrem „Gefühl“ „sehr aufgeregten und sehr dynamisierten Form“ der Diskussion über die Einsetzung von Thilo Mischke. Als Moderator der Kultursendung „Titel, Thesen, Temperamente“ (ttt) ist er seit den letzten Tagen mehr und mehr umstritten. Die Form der Diskussion mache offenbar „eine Debatte unmöglich“, weswegen Strobl den Wunsch äußert, „zu einer [anderen] Form zurück[zu]kommen“. (Wann diese Form vorherrschend gewesen sein soll, ist dem Artikel nicht zu entnehmen.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strobl – selbst „nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen“ – spricht anschließend über die „Entscheidung der Kulturchefinnen und -chefs“, die auf der Erkenntnis der Unmöglichkeit der besagten Diskussion beruhe. Diesen Zustand hält sie für „problematisch“: Sie betrachte sie „mit Sorge“; ja, es treibe sie sogar „sehr um“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strobl beschäftigten dabei vor allem die Wucht und die Dynamik der Debatte. Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „[e]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde [den Zustand] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. Dass seine von der ARD kolportierte Antwort nicht zufriedenstellend sein kann, dürfte unter allen Beteiligten unbestritten sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinzu kommt, dass objektiv positive Argumente für die Ernennung Mischkes praktisch nicht genannt werden. Warum man an seiner Person festhält, ist nirgends wirklich ersichtlich. Man darf dennoch davon ausgehen, dass „intern“ durchaus Gründe vorliegen müssen. Nur dann ergibt nämlich die Aussage einen Sinn, dass man „im Nachgang“ auch dort „Gespräche führen“ müsse. Dass auf diese Weise, d.h. ohne Transparenz der Entscheidungsfindung, jegliche Diskussion versiegen muss, ist kaum verwunderlich. Doch trifft der Vorwurf eben gerade nicht die Kritiker, sondern zuerst und vor allem die Gegenseite. Damit macht sich Strobl eine rhetorische Figur zu eigen, die heutzutage zu Recht als „Schuldumkehr“ bezeichnet wird, und die besonders in rechten Kreisen verbreitet ist. Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sun, 05 Jan 2025 13:58:39 GMT</pubDate>
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Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&#10;&#10;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „\[e\]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&#10;&#10;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde \[den Zustand\] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&#10;&#10;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. Dass seine von der ARD kolportierte Antwort nicht zufriedenstellend sein kann, dürfte unter allen Beteiligten unbestritten sein.&#10;&#10;Hinzu kommt, dass objektiv positive Argumente für die Ernennung Mischkes praktisch nicht genannt werden. Warum man an seiner Person festhält, ist nirgends wirklich ersichtlich. Man darf dennoch davon ausgehen, dass „intern“ durchaus Gründe vorliegen müssen. Nur dann ergibt nämlich die Aussage einen Sinn, dass man „im Nachgang“ auch dort „Gespräche führen“ müsse. Dass auf diese Weise, d.h. ohne Transparenz der Entscheidungsfindung, jegliche Diskussion versiegen muss, ist kaum verwunderlich. Doch trifft der Vorwurf eben gerade nicht die Kritiker, sondern zuerst und vor allem die Gegenseite. Damit macht sich Strobl eine rhetorische Figur zu eigen, die heutzutage zu Recht als „Schuldumkehr“ bezeichnet wird, und die besonders in rechten Kreisen verbreitet ist. Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&#10;&#10;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.</source:markdown>
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			<description>&lt;p&gt;Zum Artikel „ARD-Programmchefin Strobl kritisiert Debatte im Fall Mischke“ in: FAZ 5. Januar 2025, 07:35 Uhr&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl spricht von einer nach ihrem „Gefühl“ „sehr aufgeregten und sehr dynamisierten Form“ der Diskussion über die Einsetzung von Thilo Mischke. Als Moderator der Kultursendung „Titel, Thesen, Temperamente“ (ttt) ist er seit den letzten Tagen mehr und mehr umstritten. Die Form der Diskussion mache offenbar „eine Debatte unmöglich“, weswegen Strobl den Wunsch äußert, „zu einer [anderen] Form zurück[zu]kommen“. (Wann diese Form vorherrschend gewesen sein soll, ist dem Artikel nicht zu entnehmen.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strobl – selbst „nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen“ – spricht anschließend über die „Entscheidung der Kulturchefinnen und -chefs“, die auf der Erkenntnis der Unmöglichkeit der besagten Diskussion beruhe. Diesen Zustand hält sie für „problematisch“: Sie betrachte sie „mit Sorge“; ja, es treibe sie sogar „sehr um“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strobl beschäftigten dabei vor allem die Wucht und die Dynamik der Debatte. Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „[e]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde [den Zustand] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. Dass seine von der ARD kolportierte Antwort nicht zufriedenstellend sein kann, dürfte unter allen Beteiligten unbestritten sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinzu kommt, dass objektiv positive Argumente für die Ernennung Mischkes praktisch nicht genannt werden. Warum man an seiner Person festhält, ist nirgends wirklich ersichtlich. Man darf dennoch davon ausgehen, dass „intern“ durchaus Gründe vorliegen müssen. Nur dann ergibt nämlich die Aussage einen Sinn, dass man „im Nachgang“ auch dort „Gespräche führen“ müsse. Dass auf diese Weise, d.h. ohne Transparenz der Entscheidungsfindung, jegliche Diskussion versiegen muss, ist kaum verwunderlich. Doch trifft der Vorwurf eben gerade nicht die Kritiker, sondern zuerst und vor allem die Gegenseite. Damit macht sich Strobl eine rhetorische Figur zu eigen, die heutzutage zu Recht als „Schuldumkehr“ bezeichnet wird, und die besonders in rechten Kreisen verbreitet ist. Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sun, 05 Jan 2025 13:51:53 GMT</pubDate>
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Diesen Zustand hält sie für „problematisch“: Sie betrachte sie „mit Sorge“; ja, es treibe sie sogar „sehr um“.&#10;&#10;Strobl beschäftigten dabei vor allem die Wucht und die Dynamik der Debatte. Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&#10;&#10;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „\[e\]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&#10;&#10;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde \[den Zustand\] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&#10;&#10;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. Dass seine von der ARD kolportierte Antwort nicht zufriedenstellend sein kann, dürfte unter allen Beteiligten unbestritten sein.&#10;&#10;Hinzu kommt, dass objektiv positive Argumente für die Ernennung Mischkes praktisch nicht genannt werden. Warum man an seiner Person festhält, ist nirgends wirklich ersichtlich. Man darf dennoch davon ausgehen, dass „intern“ durchaus Gründe vorliegen müssen. Nur dann ergibt nämlich die Aussage einen Sinn, dass man „im Nachgang“ auch dort „Gespräche führen“ müsse. Dass auf diese Weise, d.h. ohne Transparenz der Entscheidungsfindung, jegliche Diskussion versiegen muss, ist kaum verwunderlich. Doch trifft der Vorwurf eben gerade nicht die Kritiker, sondern zuerst und vor allem die Gegenseite. Damit macht sich Strobl eine rhetorische Figur zu eigen, die heutzutage zu Recht als „Schuldumkehr“ bezeichnet wird, und die besonders in rechten Kreisen verbreitet ist. Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&#10;&#10;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.</source:markdown>
			</item>
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			<description>&lt;p&gt;Zum Artikel „ARD-Programmchefin Strobl kritisiert Debatte im Fall Mischke“ in: FAZ 5. Januar 2025, 07:35 Uhr&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl spricht von einer nach ihrem „Gefühl“ „sehr aufgeregten und sehr dynamisierten Form“ der Diskussion über die Einsetzung von Thilo Mischke. Als Moderator der Kultursendung „Titel, Thesen, Temperamente“ (ttt) ist er seit den letzten Tagen mehr und mehr umstritten. Die Form der Diskussion mache offenbar „eine Debatte unmöglich“, weswegen Strobl den Wunsch äußert, „zu einer [anderen] Form zurück[zu]kommen“. (Wann diese Form vorherrschend gewesen sein soll, ist dem Artikel nicht zu entnehmen.)&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strobl – selbst „nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen“ – spricht anschließend über die „Entscheidung der Kulturchefinnen und -chefs“, die auf der Erkenntnis der Unmöglichkeit der besagten Diskussion beruhe. Diesen Zustand hält sie für „problematisch“: Sie betrachte sie „mit Sorge“; ja, es treibe sie sogar „sehr um“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Strobl beschäftigten dabei vor allem die Wucht und die Dynamik der Debatte. Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „[e]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde [den Zustand] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. Dass seine von der ARD kolportierte Antwort nicht zufriedenstellend sein kann, dürfte unter allen Beteiligten unbestritten sein.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hinzu kommt, dass objektiv positive Argumente für die Ernennung Mischkes praktisch nicht genannt werden. Warum man an seiner Person festhält, ist nirgends wirklich ersichtlich. Man darf dennoch davon ausgehen, dass „intern“ durchaus Gründe vorliegen müssen. Nur dann ergibt nämlich die Aussage einen Sinn, dass man „im Nachgang“ auch dort „Gespräche führen“ müsse. Dass auf diese Weise, d.h. ohne Transparenz der Entscheidungsfindung, jegliche Diskussion versiegen muss, ist kaum verwunderlich. Doch trifft der Vorwurf eben gerade nicht die Kritiker, sondern zuerst und vor allem die Gegenseite. Damit macht sich Strobl eine rhetorische Figur zu eigen, die heutzutage zu Recht als „Schuldumkehr“ bezeichnet wird, und die besonders in rechten Kreisen verbreitet ist. Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Sun, 05 Jan 2025 13:51:13 GMT</pubDate>
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			<source:markdown>Zum Artikel „ARD-Programmchefin Strobl kritisiert Debatte im Fall Mischke“ in: FAZ 5. Januar 2025, 07:35 Uhr&#10;&#10;Die ARD-Programmdirektorin Christine Strobl spricht von einer nach ihrem „Gefühl“ „sehr aufgeregten und sehr dynamisierten Form“ der Diskussion über die Einsetzung von Thilo Mischke. Als Moderator der Kultursendung „Titel, Thesen, Temperamente“ (ttt) ist er seit den letzten Tagen mehr und mehr umstritten. Die Form der Diskussion mache offenbar „eine Debatte unmöglich“, weswegen Strobl den Wunsch äußert, „zu einer \[anderen\] Form zurück\[zu\]kommen“. (Wann diese Form vorherrschend gewesen sein soll, ist dem Artikel nicht zu entnehmen.)&#10;&#10;Strobl – selbst „nicht in den Entscheidungsprozess einbezogen“ – spricht anschließend über die „Entscheidung der Kulturchefinnen und -chefs“, die auf der Erkenntnis der Unmöglichkeit der besagten Diskussion beruhe. Diesen Zustand hält sie für „problematisch“: Sie betrachte sie „mit Sorge“; ja, es treibe sie sogar „sehr um“.&#10;&#10;Strobl beschäftigten dabei vor allem die Wucht und die Dynamik der Debatte. Daraus folgert sie, man („wir“) müsse „im Nachgang sowohl intern als auch mit den Beteiligten im Bereich der Medien- und Kulturbranche sprechen“.&#10;&#10;Ergänzend konkretisiert Strobl schließlich ihre Kritik an der erreichten „Form der Debattenkultur“. Diese führe dazu, dass „anerkannte und beteiligte Personen“ aus dieser Branche sich nach eigener Auskunft aus Angst vor Shitstorms und dergl. „nicht mehr“ zutrauten, sich öffentlich dazu zu äußern. Der Artikel wird mit der Folgerung abgeschlossen, „\[e\]s sei Aufgabe des öffentlichen-rechtlichen Rundfunks“ (und von ttt) , „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“.&#10;&#10;Abgesehen von der etwas unglücklich formulierten These, dass das dynamisierte Führen einer Diskussion dieselbe zugleich verhindern soll, besteht die Hauptkritik Strobls an der Form (also nicht etwa am Inhalt) der Diskussion. Ja, neben mancherlei rein subjektiven Eindrücken (die Debatte sei„aufgeregt“, sie finde \[den Zustand\] „problematisch“, betrachte ihn „mit Sorge“, „das“ treibe sie „sehr um“) beschränkt sie sich sogar gänzlich auf diesen einen Punkt: Die Diskussion führe in der jetzigen Form dazu, dass sie vor allem daduch deswegen zum Erliegen komme, weil „mehrere anerkannte und beteiligte Personen“ aus Angst nicht mehr wagten, sich an ihr zu beteiligen.&#10;&#10;Die an die Person Mischke gerichtete Kritik – ich fasse sie stark vereinfachend unter dem Begriff der Misogynie zusammen – ist unzweifelhaft zutreffend, was sich nicht zuletzt daran zeigt, dass der Kritisierte entsprechende Aussagen zu relativieren versucht. Dabei distanziert er sich freilich gerade nicht unmissverständlich und komplett von den Vorwürfen. Nach und nach und erst nach weiterer Recherche tauchen weitere Kritikpunkte auf. Dass seine von der ARD kolportierte Antwort nicht zufriedenstellend sein kann, dürfte unter allen Beteiligten unbestritten sein.&#10;&#10;Hinzu kommt, dass objektiv positive Argumente für die Ernennung Mischkes praktisch nicht genannt werden. Warum man an seiner Person festhält, ist nirgends wirklich ersichtlich. Man darf dennoch davon ausgehen, dass „intern“ durchaus Gründe vorliegen müssen. Nur dann ergibt nämlich die Aussage einen Sinn, dass man „im Nachgang“ auch dort „Gespräche führen“ müsse. Dass auf diese Weise, d.h. ohne Transparenz der Entscheidungsfindung, jegliche Diskussion versiegen muss, ist kaum verwunderlich. Doch trifft der Vorwurf eben gerade nicht die Kritiker, sondern zuerst und vor allem die Gegenseite. Damit macht sich Strobl eine rhetorische Figur zu eigen, die heutzutage zu Recht als „Schuldumkehr“ bezeichnet wird, und die besonders in rechten Kreisen verbreitet ist. Nicht etwa Mischke und seine Aussagen stellen für Strobl ein Problem dar, sondern stattdessen – infamerweise! – die von seinen Äußerungen betroffenen Frauen. — Die angekündigten Gespräche mit den „aus der Branche“ können überdies kaum anders als eine Drohung an diejenigen verstanden werden, die sich nicht der Meinung der ARD anschließen möchten. Das gilt vor allem, wenn ein offener Brief bereits vorliegt. Dass ausgerechnet Strobl solche Gespräche führen möchte, obwohl sie doch nicht an der Entscheidung beteiligt war, ist bestenfalls kurios zu nennen. Zumindest sie sollte die Argumente der Gegner gut kennen, wenn sie sich in dieser Form in der TAZ darüber äußert.&#10;&#10;Überaus erwähnenswert ist nach allem Genannten freilich noch der Schlusssatz des Artikels (s.o.). „Raum für Diskussion und kulturelle Vielfalt zu bieten“, kann doch wohl nur und ausschließlich dann das Ziel sein, wenn es zu jeder Zeit untrennbar mit den Inhalten der vertretenen Positionen verbunden ist! Dazu ist zum einen von allen Beteiligten volle Transparenz einzufordern. Zum anderen gehört es eben gerade nicht zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks, gruppenbezogenem und menscheinfeindlichem Hass eine Plattform zu bieten. Im Gegenteil. Eine Programmdirektorin der ARD sollte das wissen – und auch beherzigen. Sonst sitzt sie am falschen Platz.</source:markdown>
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