<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!-- RSS generated by feedland v0.6.43 on Thu, 12 Sep 2024 18:28:42 GMT -->
<rss version="2.0" xmlns:source="http://source.scripting.com/">
	<channel>
		<title>Jer 28</title>
		<link>https://blue.feedland.org/?river=http://data.feedland.org/blue/feeds/Ecksegese.xml</link>
		<description></description>
		<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 18:28:42 GMT</pubDate>
		<generator>feedland v0.6.43</generator>
		<docs>https://cyber.harvard.edu/rss/rss.html</docs>
		<lastBuildDate>Thu, 12 Sep 2024 18:28:42 GMT</lastBuildDate>
		<cloud domain="rpc.rsscloud.io" port="5337" path="/pleaseNotify" registerProcedure="" protocol="http-post" />
		<source:cloud>http://rpc.rsscloud.io:5337/pleaseNotify</source:cloud>
		<source:localTime>Thu, September 12, 2024 2:28 PM EDT</source:localTime>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia  &lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.  &lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.  &lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann. &lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.  &lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw. &lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 18:28:42 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=609041</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=609041</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 18:27:44 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=609039</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=609039</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:35:26 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608475</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608475</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:35:25 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608474</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608474</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:35:25 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608473</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608473</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:35:24 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608472</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608472</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:35:21 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608471</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608471</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:34:40 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608467</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608467</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:34:40 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608466</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608466</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:34:39 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608465</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608465</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:34:39 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608464</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608464</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:34:38 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608463</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608463</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:34:35 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608462</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608462</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:34:00 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608461</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608461</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:33:57 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608460</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608460</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:32:22 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608459</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608459</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:32:21 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608458</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608458</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:32:21 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608457</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608457</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:32:21 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608456</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608456</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:32:20 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608455</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608455</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:32:03 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608454</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608454</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:32:03 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608453</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608453</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:32:02 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608452</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608452</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:32:00 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608451</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608451</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:30:45 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608449</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608449</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:29:55 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608448</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608448</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch. #Bibel #Jeremia&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität: Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm, aber politisch verantwortungsbewusst: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist aber so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja bei und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz des Textes ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat. Sie hätten rechtzeitig auf Jeremia hören sollen.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer Recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&#10;&#10;Allerdings gibt schon der hebräische Grundtext einen Fingerzeig in V. 8: Echte Propheten verkünden tendenziell eher die Nachricht, die man gerade nicht hören will und die unangenehm ist.</source:markdown>
			</item>
		<item>
			<description>&lt;p&gt;In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität. Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Hananja ist so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja ab und zieht beschämt von dannen.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz  ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer recht hat und wer nicht.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&lt;/p&gt;&#10;&lt;p&gt;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.&lt;/p&gt;</description>
			<pubDate>Thu, 12 Sep 2024 13:18:10 GMT</pubDate>
			<link>https://blue.feedland.org/?item=608441</link>
			<guid>https://blue.feedland.org/?item=608441</guid>
			<source:markdown>In Jer 28 ist der Prophet Hananja zutiefst von der Richtigkeit seiner Position überzeugt. Er liegt in aller Aufrichtigkeit falsch.&#10;&#10;Er verleiht dem, was die Leute hören wollen, göttliche Legitimität. Jerusalem wird gerettet, die nach Babylon Exilierten kommen nach Hause. Alles wird gut. Dagegen kommt Jeremia nicht an.&#10;&#10;Das Problem ist: Langfristig reißt Hananja mit seiner Botschaft und seiner Überzeugungskraft sein Volk in den Abgrund, denn seine Botschaft hat politische Wirkungen, die sich als fatal erweisen.&#10;&#10;Die Gottesbotschaft, die Jeremia verkündet, ist dagegen unangenehm: Die babylonische Fremdherrschaft wird noch ein ganzes Stückchen dauern. Die Exilierten bleiben dort. Sie kommen nicht zurück. So schnell wird es kein Happy End geben.&#10;&#10;Hananja ist so überzeugend, dass sogar Jeremia an der Richtigkeit seiner Position zweifelt. Er pflichtet Hananja ab und zieht beschämt von dannen.&#10;&#10;Die Geschichte gibt am Ende Jeremia recht, was ihm dann aber auch nichts mehr nützt.&#10;&#10;Spätere Redaktoren haben mit der Äquidistanz  ihre Probleme gehabt. Es kann nicht sein, dass von außen nicht erkennbar ist, wer nun Recht hat und wer nicht. Es muss doch irgendein Indiz geben, an dem man sich im Widerstreit der Meinungen orientieren kann.&#10;&#10;Deswegen fügten sie in V. 17 den Straftot Hananjas hinzu. Die Judäer hätten wissen können, dass Jeremia recht hat.&#10;&#10;Auch die Septuaginta vereindeutigt die Erzählung in V. 1: Sie nennt Hananja von Anfang an einen Pseudopropheten. Die Lesenden des griechischen Texts wissen ganz klar, wer recht hat und wer nicht.&#10;&#10;Dahingegen baut der hebräische Text die Äquidistanz noch aus. An mehreren Stellen fügt er den Titel „Prophet“ (נָבִיא) hinzu: der Prophet Hananja sagt, der Prophet Jeremia antwortet usw.&#10;&#10;Der hebräische Text macht deutlich, dass beide Propheten mit dem gleichen Anspruch auf Wahrheit und göttliche Autorisierung auftreten. Manchmal ist es eben nicht so einfach, im Streit der Überzeugungen zu wissen, was richtig ist.</source:markdown>
			</item>
		</channel>
	</rss>
